Im Gespräch mit Fundview: KI-Investitionen zwischen Wachstum und steigender Kapitalnachfrage

28. Oktober 2026
2 Minuten

Britta Weidenbach, Managing Partnerin und CIO von AURETAS, sprach mit Fundview über die hohen Investitionsausgaben der großen US-Technologiekonzerne, ihre Auswirkungen auf Aktien- und Anleihemärkte und die Bedeutung der gesamten KI-Wertschöpfungskette. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie nachhaltig der aktuelle Investitionszyklus ist und welche Konsequenzen sich daraus für die Asset-Allokation ergeben.

Immer noch treiben die großen US-amerikanischen Tech-Märkte die Aktienmärkte; im Guten wie im Schlechten. Dabei stehen inzwischen vor allem die massiven CapEx-Ausgaben der Hyperscaler im Fokus vieler Investoren. „Sie beeinflussen vor allem das Gewinnwachstum der Infrastrukturausrüster, allen voran der Halbleiterunternehmen, positiv. Dennoch werfen wir einen kritischen Blick auf die CapEx-Ausgaben dieser Tech-Firmen“, sagt Britta Weidenbach, Managing Partnerin und CIO beim Family Office AURETAS.

Die Hyperscaler selber, mit Ausnahme von Oracle, haben weiterhin solide aufgestellte Bilanzen und sehr geringe Verschuldungsquoten. Dennoch, oder gerade deshalb, werden ihre Investitionsausgaben zunehmend auch über den Anleihemarkt finanziert werden. „Das hat entsprechend einen Einfluss auf die Kapitalnachfrage am Anleihemarkt und die Renditen, die gezahlt werden müssen. Die Nachfrage der Hyperscaler nach Kapital konkurriert mit denen vieler Staaten“, so Weidenbach. Am Markt für Unternehmensanleihen guter Bonität machen die Emissionen, die KI getrieben sind, seit Jahresanfang rund 20 Prozent der Neu-Emissionen aus. Schließlich haben die Anleihen der Hyperscaler einen leichten Renditeaufschlag bei einem vermeintlich geringeren Risiko als einige Staatsanleihen.

„Für unsere Asset-Allokation bedeutet das, dass wir weiterhin gesundes Wachstum für Aktien sehen, aber durchaus Druck auf die Renditen, den wir bei unserer Allokation auf der Anleiheseite berücksichtigen“, sagt Weidenbach und fügt hinzu: „Insgesamt sehen wir die Hyperscaler gut aufgestellt. Aber es gibt Unterschiede, die der Markt auch preist. Ein grundsätzlich gesunder Vorgang. Übertriebene Euphorie für KI an den Finanzmärkten würde diese fundamentalen Unterschiede nicht berücksichtigen.“

Die komplette KI-Wertschöpfungskette

Viel hänge natürlich von einer Fortsetzung der KI-Story, der weiteren Nachfrage nach KI-Anwendungen und dem Infrastrukturausbau ab. Die KI-Nachfrage sei momentan noch beständig hoch, aber Weidenbach halte wichtige Nachfrageindikatoren eng im Blick. „Die Hyperscaler bleiben zweifelsfrei nur dann erfolgreich, wenn die KI-Nachfrage weiter anzieht. Dafür muss auch die Energie-Infrastruktur weiter massiv ausgebaut werden. Sie könnte sonst zum Flaschenhals für die künftige Entwicklung werden“, so Weidenbach.

Deswegen hat sich das Family Office Auretas im Hinblick auf die KI-Investments am Aktienmarkt breiter aufgestellt und fokussiert die komplette Wertschöpfungskette im KI-Bereich. „Vor allem Unternehmen im Bereich der Infrastruktur, wie beispielsweise Versorger oder Minenwerte haben wir neben Technologiewerten investiert“, sagt Weidenbach, die hinzufügt: „Im Anleihebereich bleiben wir generell bei Unternehmensanleihen mit höheren Risikoaufschlägen übergewichtet und sind weniger in Staatsanleihen investiert. Dabei sind wir am kürzeren Ende positioniert, weil die anhaltende Inflation und der daraus resultierende Zinsdruck für uns weiterhin die größeren Risiken darstellt als das Wachstum.“

Das vollständige Interview mit Britta Weidenbach erschien am 28. Oktober 2026 bei Fundview unter dem Titel „Britta Weidenbach wirft kritischen Blick auf CapEx-Ausgaben der Hyperscaler“.

Quelle: Fundview, 28.10.2026.

Über die Autoren

Karoline Hellwege
Business Manager
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Karoline Hellwege weiß nicht, was morgen sein wird. Und findet das richtig klasse. Als Business Managerin bei AURETAS ist ihr Job maximal flexibel und facettenreich. Sie arbeitet mit der Geschäftsführung an strategischen und operativen Themen, von der Akquisition neuer Mandanten, über Customer Journey und Content Marketing, bis Transformation. Alles immer interessant. Mit EMPATHIE und lösungsorientiert die Dinge ganzheitlich zu sehen und sich schnell einzuarbeiten – ganz gleich, ob es um Menschen oder Zahlen geht – das zieht sich durch ihren beruflichen Weg. Von Online-Marketing und Social Media, IT-Projektmanagement und Controlling, bis zu ihrer heutigen Arbeit, in der sie sich so wohl fühlt wie noch nie zuvor.
Schaut sie nach vorn, dann soll das bitteschön so bleiben: Mit wachsender ERFAHRUNG will Karoline noch mehr Drive hineinbringen in Transformation und Change. Und dabei von Technologie profitieren, wenn sie recherchiert und konzipiert, plant und in die Tat umsetzt. Abwechslung sucht die gebürtige Hamburgerin auch zwischen Wohnen und Arbeit. Sie genießt den Kontrast zwischen HafenCity und grünem Stadtrand, an dem sie aufgewachsen und inzwischen wieder zuhause ist. Und immer wieder sucht sie reiselustig das Weite - zum Beispiel beim Urlaub in Südafrika, den USA und anderswo.

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