
Infrastrukturaktien: Warum sich ein differenzierter Blick lohnt
Digitalisierung, Elektrifizierung und die Modernisierung bestehender Infrastruktur sorgen weltweit für einen erheblichen Investitionsbedarf. Für langfristig orientierte Anleger können börsennotierte Infrastrukturunternehmen deshalb eine interessante Verbindung aus planbaren Erträgen, Inflationsschutz und strukturellem Wachstum bieten. Entscheidend ist jedoch eine differenzierte Auswahl. Warum wir deshalb auf eine aktive Selektion setzen.
Infrastruktur ist die Grundlage für wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt. Stromnetze, Rechenzentren, Verkehrswege, Kommunikationsnetze sowie Wasser- und Energieversorgung sind unverzichtbar und müssen gleichzeitig umfassend modernisiert und erweitert werden. Digitalisierung und Elektrifizierung erhöhen den Investitionsbedarf zusätzlich. Damit eröffnen sich langfristige Wachstumsperspektiven für Unternehmen aus dem Infrastruktursegment.
Für Investoren liegt der besondere Reiz jedoch nicht allein in diesem Wachstum. Viele Infrastrukturunternehmen sind in regulierten Märkten tätig oder verfügen über eine monopolähnliche Stellung und erwirtschaften ihre Erlöse überwiegend aus langfristigen Verträgen mit vereinbarten Preisanpassungen. Steigende Inputkosten werden weitgehend automatisch weitergereicht, woraus sich ein Inflationsschutz ergibt. Die daraus resultierenden Cashflows zeichnen sich durch eine hohe Planbarkeit aus und bilden eine wichtige Grundlage für kontinuierliche und wachsende Dividendenzahlungen.
Defensive Eigenschaften und strukturelles Wachstum
Insbesondere in unruhigen Kapitalmarktphasen kann Infrastruktur einen wertvollen Diversifikationsbeitrag leisten. Die Anlageklasse verbindet eine geringe Nachfrageelastizität mit rentablen Geschäftsmodellen, was in der Vergangenheit dazu führte, dass Infrastrukturaktien in Krisen und turbulenten Zeiten geringere Kursrückgänge als der breite Aktienmarkt verzeichneten. Während die hohe Visibilität der Cashflows für Stabilität sorgt, eröffnen die anstehenden Investitionsprogramme in bestehende Infrastruktur und in den Aufbau neuer Kapazitäten zusätzliche Wachstumschancen.
Hinzu kommt eine interessante Ausgangslage bei der Bewertung: Der Infrastruktursektor weist gegenüber globalen Aktien einen deutlichen Bewertungsabschlag auf. Gleichzeitig beschleunigt sich das Gewinnwachstum auf jährlich acht bis zehn Prozent. In Verbindung mit dem enormen weltweiten Investitionsbedarf rücken Infrastrukturaktien damit noch stärker in den Fokus langfristig orientierter Investoren.
Aktive Selektion statt Investition in den gesamten Sektor
Die langfristige Attraktivität des Sektors bedeutet allerdings nicht, dass jedes Unternehmen gleichermaßen überzeugt. Geschäftsmodelle, regulatorische Rahmenbedingungen, Kapitalbedarf und Bilanzqualität unterscheiden sich teilweise erheblich. Ein ETF kauft den gesamten Infrastruktursektor, ohne zu differenzieren.
Aus unserer Sicht ist daher eine aktive Selektion entscheidend. Wir analysieren Wettbewerbsqualität, Wachstumsaussichten, Management und Bewertung eines Unternehmens und wählen nach strengen Qualitätskriterien aus. Besonderen Fokus legen wir dabei auf die Rentabilität und die Qualität des Managements. Zusätzlich ergänzen wir unsere quantitativen Analysen regelmäßig um Gespräche mit Unternehmensvertretern und Branchenexperten. Ziel ist es, diejenigen Unternehmen zu identifizieren, die nicht nur vom allgemeinen Investitionsbedarf profitieren, sondern diesen auch dauerhaft in steigende Cashflows und attraktive Kapitalrenditen übersetzen können.
Chancen auch jenseits klassischer Infrastrukturbetreiber mit Hidden Champions
Dabei beschränkt sich unser Blick nicht ausschließlich auf klassische Infrastrukturbetreiber, denn besondere Chancen entstehen auch bei spezialisierten Unternehmen entlang der Infrastruktur-Wertschöpfungskette, die von den strukturellen Wachstumstrends begünstigt werden.
Zu diesen sog. Hidden Champions gehören beispielsweise nordamerikanische Landbesitzer, deren Flächen für neue Rechenzentren oder Solarparks benötigt werden, Hersteller dezentraler Kraft-Wärme-Kopplungs- und netzunabhängiger Energieversorgungsanlagen sowie Unternehmen, die am Ausbau europäischer Stromnetze, Gasleitungen und künftiger Wasserstoffinfrastruktur beteiligt sind. Solche Unternehmen stehen häufig weniger im Fokus klassischer Infrastrukturindizes, können aber an entscheidenden Stellen der Wertschöpfungskette positioniert sein und dabei eine hohe Profitabilität und überdurchschnittliches Wachstum aufweisen.
Gerade hier zeigt sich der Vorteil eines breiteren, aber klar definierten Anlageuniversums. Wer Infrastruktur ausschließlich über traditionelle Betreiber abbildet, lässt möglicherweise einen Teil der strukturellen Wachstumschancen unberücksichtigt. Gleichzeitig erfordert die Einbeziehung infrastrukturnaher Unternehmen klare Qualitätsanforderungen, damit der defensive Charakter der Gesamtstrategie erhalten bleibt.
Infrastruktur als strategischer Portfoliobaustein
Digitalisierung, Elektrifizierung und die Modernisierung kritischer Infrastruktur werden über viele Jahre und Jahrzehnte erhebliche Investitionen erfordern. Gleichzeitig bieten regulierte Geschäftsmodelle, langfristige Verträge und planbare Cashflows Eigenschaften, die Infrastrukturaktien zu einer interessanten Ergänzung langfristig ausgerichteter Portfolios machen können.
Bei AURETAS setzen wir diesen Ansatz bereits seit Jahren für unsere Mandanten in der Vermögensverwaltung um. Mit dem AURETAS Compass Listed Infrastructure ist die Strategie auch über einen eigenständigen UCITS-Fonds investierbar.
Mehr über unseren Investmentansatz und den AURETAS Compass Listed Infrastructure erfahren Sie in unserem Beitrag:
Infrastruktur als Portfolioanker – unsere Strategie jetzt als UCITS-Fonds – AURETAS
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