
Wir ordnen ein: Die aktuelle Fed-Zinsentscheidung
Die jüngste Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) entsprach zwar nicht unserer ursprünglichen Einschätzung, lag jedoch im Rahmen der Markterwartungen und war bereits weitgehend in den Kursen eingepreist.
Die aktuellen Fed-Dot-Plots, also die individuellen Zinsprojektionen der FOMC-Mitglieder (Federal Open Market Committee), signalisieren für 2026 noch einen weiteren Zinsschritt. Für 2027 werden hingegen keine weiteren Zinssenkungen erwartet. Der Markt preist dagegen bis Ende 2027 bereits nahezu drei zusätzliche Zinsschritte ein. Vor diesem Hintergrund sehen wir aktuell keine negativen Überraschungen für die Kapitalmärkte.
Gleichzeitig betont die Fed weiterhin die robuste und sogar anziehende wirtschaftliche Entwicklung in den USA. Diese Einschätzung deckt sich mit den jüngsten Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB), die ihre Wachstumserwartungen ebenfalls angehoben hat.
Inflation als das größere Risiko
Aus Sicht der Fed liegen die wesentlichen Risiken derzeit auf der Inflations- und nicht auf der Wachstumsseite. Preistreibend wirken insbesondere die robuste Wirtschaft, die hohe Kapitalnachfrage, vor allem durch Investitionen großer Technologieunternehmen und Hyperscaler, sowie geopolitische Faktoren, die den Ölpreis und mögliche Zweitrundeneffekte beeinflussen.
Damit bestätigt die Fed unsere grundlegende Annahme für die Positionierung der Portfolios: Die wesentlichen Risiken liegen weiterhin eher auf der Inflations- und Zinsseite als auf der Wachstumsseite.
Bestätigung unserer Positionierung und Beibehaltung unserer Anlagestrategie
Vor diesem Hintergrund halten wir an unserer bisherigen Positionierung fest. Aktien können Wachstum widerspiegeln, Anleihen hingegen nicht. Deshalb bleiben wir im Kapitalzyklus investiert und nicht in einem Konsumzyklus. Auf der Zinsseite bevorzugen wir weiterhin kurze Laufzeiten. Gleichzeitig haben wir unsere Goldpositionen, die historisch negativ mit dem US-Zins korrelieren, zuletzt deutlich reduziert.
Entwicklung der langfristigen Zinsen
Besonders relevante Signale liefert derzeit der Markt für langfristige Staatsanleihen. Der Zins zehnjähriger US-Staatsanleihen, den die Fed nicht direkt steuert, ist nach der Entscheidung nicht weiter gestiegen, sondern hat sich stabilisiert. Er bleibt ein wichtiger Gradmesser für die Glaubwürdigkeit der Fed und die langfristigen Inflationserwartungen.
Auch wenn die jüngste Entscheidung die kurzfristigen Zinsen erhöht, kann sie durchaus als Maßnahme zur Stabilisierung der langfristigen Zinsen interpretiert werden. Dies ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil das lange Ende der Zinskurve wesentlichen Einfluss auf Finanzierungskosten, Investitionstätigkeit und damit letztlich auf die konjunkturelle Entwicklung hat.
Sollten Sie Fragen zu den aktuellen Entwicklungen haben, sprechen Sie gerne Ihren persönlichen Relationship Manager an.
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